Wer mein Schweigen nicht versteht,
versteht auch meine Worte nicht..


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Da ich die Zeit über in Stendal kein Internet habe, hole ich mein Gekritzel jetzt nun nach...

 

13.7.10                              12:00

Eigentlich ging es mir in den letzten Wochen richtig gut. Ich war euphorisch und motiviert ins neue Leben zu starten und meinen Problemen zu trotzen. Ich spürte diese Kraft, sie war wirklich da..

Doch seit einer Woche habe ich stetig ein beklemmendes Gefühl.. Ich wache morgens auf und will bzw. kann nicht aufstehen. Sobald ich meine Augen öffne, rattert mein Hirn.. Bei jeder kleinsten Aufgabe, ein Anruf oder ein Besorgnis, fühle ich mich völlig überfordert und unter Druck gesetzt.. Ich versuche mich abzulenken, doch es ist klar, dass es nicht 24 Stunden lang funktioniert.. Nach jedem Telefonat mit meinem Vater, oder auch schon währenddessen, fange ich an zu weinen und habe den Drang mich in eine Ecke zu setzen, allein und im Dunkeln.. Wie ich schon erwähnte, irgendein Mechanismus im Hirn ist mächtig schief gelaufen.

Ich habe angst vor mir selbst.. Ich denke über Dinge nach, die ich meiner Meinung nach seit einigen Jahren abgelegt habe. Aber es ist wieder da und das gefällt mir ganz und gar nicht. Kann sein, dass es wieder „nur“ eine Phase ist und bald wieder vergeht, aber sie ist jetzt da und ich muss da irgendwie durch. Es ist so unglaublich schwer und für Außenstehende nicht zu begreifen, bzw. sie fassen es falsch auf. Umso schneller geriet man in den Teufelskreis.. Ich will allein sein, niemanden sehen, nichts hören, nicht denken und doch weiß ich, dass ich es ohne Hilfe nicht schaffen werde. Ja, mir wird zum ersten Mal bewusst, dass ich es jemanden brauche um dort durchzukommen. In solchen Momenten frage ich mich jedes Mal, wie ich all die anderen depressiven Schübe überstanden habe. Es bleibt mir ein Rätsel.
 

Letzte Woche habe ich mich sogar überwunden zu jemanden zu fahren, damit wer auf mich aufpasst und ich keine Scheiße baue. Das tat ich über die Jahre hinweg noch nie. Sind meine Depressionen immer schlimmer? Werde ich psychisch immer schwächer? Werde ich den Kampf doch aufgeben? Ich habe angst..


 15.7.10      2:30

Wenn ich so auf der Fensterbank sitze und in die Nacht lausche, nichts weiter zu hören, als die Regentropfen, die auf den Asphalt prasseln, werde ich nachdenklich.. Ist es das, was ich tue, auch mein Wille? Sind die Ziele, die ich verfolge, auch meine eigenen? Führe ich mein Leben selbst oder bin ich nur ein Produkt von Wünschen mehrerer Menschen, die ich in Laufe der Zeit traf? Hält meine Motivation bei Entscheidungen deshalb so kurz an oder ist es einfach nur mein Charakter, der stets schnell was Neues braucht?
Es ist wirklich amüsant, wenn ich versuche meine Gedanken in Worte zu fassen. Bei jedem Versuch habe ich das Gefühl, dass eine Blockade entsteht. All die Jahre habe ich damit zu kämpfen.. Reden, ich meine wirklich mit jemanden reden, was ich gerade denke und wie ich mich fühle.. es scheint mir so, als hätte ich es noch nie getan.. Mein Fluchtweg ist also das Schreiben, das dennoch unheimlich viel Zeit kostet, da ich stets mit mir selbst kämpfe mich auszudrücken.. mich wirklich zu öffnen, ohne abzulenken, ohne abrupt einfach abzubrechen, bin hin zum Schweigen.. Kann ein Mensch denn nicht nachvollziehen, wie schwer es mir dann fällt über mich zu reden, wenn eine reale Person vor mir steht? Es schmerzt umso mehr, wenn ich sehe, dass es stets missverstanden wird. Einerseits ist es schon verständlich. Es gibt nicht mehr viele Menschen, deren Priorität in einer Freundschaft darin liegt, füreinander da zu sein, auch in schlechten Zeiten.. Oh nein, es ist tatsächlich so, dass sie lieber eine Freundin haben wollen, mit der man shoppen gehen kann, als eine, die nachts ohne zu überlegen zu der Person fährt um Gesellschaft zu leisten..

Ich fühle mich in vielerlei Hinsicht fremd in unserer heutigen Gesellschaft.. Wenn ich stets gegen geschlossene Türen laufe, sollte ich mich dann nicht selbst hinterfragen? Warum denke ich stets darüber nach, was richtig und was falsch ist? Ist mein rationales Denken so tief verankert, dass alles einen Sinn ergeben muss? Ich hinterfrage mich eigentlich immer.. Ob das nicht schon der Fehler ist? Ich fühle mich einfach so falsch, so.. unpassend.. Ich habe einfach das Gefühl nicht klarzukommen…
 

18.7.10             4.30

Warum habe ich in regelmäßigen Abständen schon fast den Drang danach mir psychisch eine zu knallen? Schmeiß ich mich somit selbst zur Sicherheit in den kalten Fluss der Realität? Bin ich einfach nur krankhaft masochistisch? Ist es eine Art von Selbstverletzung, mir meine „Fehler“ stets vor Augen zu führen? Ich meine.. einerseits erinnert es mich stets daran, manche Dinge nicht mehr tun, bzw. mich dem zu stellen. Nur haben sich einige Psychosen so fest verankert, dass ich die Befürchtung habe, sie nie wieder loszuwerden. Ich habe die Konfrontation bereits mehrmals gesucht, doch es wurde eher schlimmer. Was sind das schon für Aussichten? Versuche es und brich zusammen, kratz deine Überreste später auf und lass jedes Mal ein Stück von dir zurück.. Oder du lässt es bleiben, ziehst dich zurück, wartest und verdrängst mit aller Macht das Geschehen, bis dein Unterbewusstsein sich beruhigt.

Nein, egal was ich anfange, ich gehe mit neuem Mut ran. Es ist nie gleich zum Scheitern verurteilt.. Nur, wenn es dann geschieht, merke ich, dass ich immer schwächer werde und mir wird bewusst, dass ich nicht länger durchhalte.. Es ist ein ewiger Kreislauf..

Es wird hell draußen.. Ich sollte endlich versuchen zu schlafen…
 

21.7.10    0:20

Jede Nacht habe ich Schwierigkeiten einzuschlafen. Ob ich mich um 23:00 oder um 4:00 hinlege, ich brauche im Durchschnitt etwa zwei Stunden, bis ich Ruhe finde. Den Grund weiß ich leider nicht, denn tagsüber geht es mir recht gut, doch sobald ich mich hinlege, nehmen meine Gedanken überhand. Ich lenke mich am Tage auch nicht zwanghaft ab oder ähnliches, ich verstehe das nicht..
 

Momentan mach ich mir ´nen Kopf über meinen Kater. Ich wohne nun mal in einer kleinen Einraum – Wohnung und ich weiß ganz genau, dass er hier eingehen wird, da er seit einigen Jahren ein Freiläufer ist. Dennoch vermisse ich ihn so sehr.. Sollte ich es wirklich riskieren? Mein Vater würde ihn nur mir zu Liebe behalten, aber ich weiß ganz genau, dass er Haustiere nicht leiden kann und das wäre fies von mir, ihn darum zu bitten. Einige Mitmenschen habe ich bereits gefragt, ob die Möglichkeit besteht, ihn aufzunehmen, doch es kamen nur Absagen. Ach, an dem Kleinen liegt mir so unendlich viel und ich weiß einfach keinen Ausweg.. Ich denke, ich werde ihn am Wochenende mitnehmen, nur habe ich fürchterliche Angst, dass er das nicht verkraftet. Was mach ich dann? Und wie regle ich es, wenn ich mal am Wochenende, bzw. in den Ferien wegfahre? Niemand ist hier, um sich um ihn zu kümmern.. Na klar, probieren geht über studieren, doch die Fahrt dauert 3 Stunden und er hält es nicht mal 10 Minuten im Auto aus.. Ich bin in einer tierischen Zwickmühle...

Ich würde mich gerne hinlegen, doch es geht nicht. Eigentlich bin ich müde.. *seufz und ich habe keine Lust mich vorm TV zu hocken, denn dann weiß ich ganz genau, dass ich die Nacht durchmache. Das klingt alles so banal. Ich fühle mich irgendwie.. zerspalten..

2:00
Vor ca. drei Stunden habe ich mich hingelegt und versucht zu schlafen. Jetzt sitze ich wieder vor dem Notebook und höre Musik.. Müssten noch zusätzliche unterbewusste Sorgen sein..  Kaputt bin ich deswegen nicht, nur nervt mich das ziemlich und auf Dauer tut mir das auch nicht gut. Das ist nun mal ein großer Unterschied, wenn man mit Absicht aufbleibt oder einfach nicht schlafen kann..

22.7.10 21:48
 


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